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Der Brandschutzschalter in der Anwendung! DIN VDE 0100- 420 (VDE 0100- 420);2016- 02

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DIN VDE 0100-420 (VDE 0100-420);2016-02

Brandschutzschalter in der Anwendung

Allgemeines

Die DIN VDE 0100-420 (VDE 0100-420):2016-02 (Errichten von Niederspannungsanlagen, Schutz- maßnahmen – Schutz gegen thermische Auswirkungen) wurde überarbeitet und löst seit Februar 2016 die seit Februar 2013 gültige Norm ab. Eine der wesentlichen Neuerungen ist die Forderung nach dem Einsatz von Brandschutzschaltern. Die automatische Abschaltung bei gefährlichen Lichtbö- gen mit Fehlerlichtbogen-Schutzeinrichtungen (AFDD) soll einen erweiterten präventiven Schutz gegen Brände sicherstellen.

Anwendung und Gültigkeit

Die Norm ist seit Februar 2016 gültig und anzuwenden. Die Übergangsfrist von einem Jahr endet am 18.12.2017. Anlagen, die vor Februar 2016 geplant wurden, oder sich bereits im Bau befinden müssen nicht nachgerüstet werden. Allerdings sollte der Auftraggeber über die Änderung der Norm schriftlich informiert werden.

Allgemein anerkannte Regeln der Technik / Rechtlicher Aspekt

Bereits die „Vor-Norm“ DIN VDE 0100-420 (VDE 0100-420):2013-02 war Bestandteil der anerkannten Regel der Technik, dies trifft nun auch auf die aktuelle Fassung der Norm zu. Da die Anwendung von Normen vor Gericht als Sorgfaltsmaßstab interpretiert wird, sollten die Vorgaben und Forderungen der DIN VDE 0100-420 angewandt und umgesetzt werden, hierdurch wird eine Abgrenzung von rich- tigem zu fahrlässigem Handeln erreicht.

Anwendung

Gefährdungsbeurteilung

  • Da eine Änderung des Abschnitts 421.3 bereits beantragt ist, wird empfohlen, für den Einsatz von Brandschutzschaltern eine Gefährdungsanalyse durchzuführen. Schutzziele hierfür können sein:

    • Personensicherheit

    • Sachschutz (Museen, Ausstellungen, etc.)

    • Verfügbarkeit

    • Besondere Maßnahmen

  • Im Abschnitt 421.7 (siehe Punkt a) und b), sowie Anmerkungen) wird empfohlen, besonders in folgenden Fällen Fehlerlichtbogen-Schutzeinrichtungen in einphasigen Wechselspannungssys- temen mit einem Betriebsstrom nicht größer als 16 A vorzusehen:

    • in Schlaf- oder Aufenthaltsräumen von Heimen oder Tageseinrichtungen für Kinder, behin- derte oder alte Menschen (z. B. Kindertagesstätten, Seniorenheime);

    • in Schlaf- oder Aufenthaltsräumen von barrierefreien Wohnungen nach DIN 18040-2;

    • in Räumen oder Orten mit einem Feuerrisiko durch verarbeitete oder gelagerte Materialien nach Abschnitt 422.3;

    • in Räumen oder Orten mit brennbaren Baustoffen nach Abschnitt 422.4;

    • in Räumen mit Gefährdungen für unersetzbare Güter nach Abschnitt 422.6;

    • Räume mit Schlafgelegenheiten;

    • Räume oder Orte mit Feuer verbreitenden Strukturen nach Abschnitt 422.5;

    • Endstromkreise, die über Steckdosen Verbrauchsgeräte mit hoher Anschlussleistung (z. B. Waschmaschine, Trockner, Geschirrspüler) versorgen.

      Allgemeine Definition „brennbare Baustoffe“

      Eine allgemeine Definition brennbarer Materialien lautet:

  • Baustoffe sind brennbar, wenn sie 10 Sekunden lang einer offenen Flamme ausgesetzt wurden und anschließend von alleine weiter brennen.

    Hinweis: Holz und Balken, sowie verwendetes Isolationsmaterial ist nicht automatisch als brennbar anzusehen!

    Holzhäuser

  • Im Abschnitt 422.4 (Räume oder Orte mit brennbaren Baustoffen) wird der Einsatz von Brand- schutzschaltern für Gebäude, die hauptsächlich aus brennbaren Baustoffen hergestellt sind, z. B. Holzhäuser (CA2 nach DIN VDE 0100-510 (VDE 0100-510):2014-10, Tabelle ZA.1) gefordert.

Da die Bauweise von Holzhäusern sehr unterschiedlich ist (Ständerbauweise, Massivbalken, beplankt mit verschiedenen Baustoffen), sollt in jedem Einzelfall durch eine Gefährdungsanalyse beurteilt werden, ob auf den Einsatz von Brandschutzschaltern verzichtet werden kann. Hinweise können die Produktbeschreibungen und Zertifizierungsunterlagen der Hersteller liefern. Im Zweifelsfall wird ge- raten Fehlerlichtbogen-Schutzeinrichtungen einzusetzen.

Prüfung

Nach Aussage des Herstellers ist das Prüfen von AFDD´s noch nicht in den Prüfgeräten integriert. Aus diesem Grund können derzeit weder Erst- noch wiederkehrende Prüfungen durchgeführt werden.

Das zuständige DKE-Gremium arbeitet aber aktuell gemeinsam mit dem Errichtergremium an ent- sprechenden Anforderungen zur späteren Integration in die DIN VDE 0100-600, bzw. DIN VDE 0105- 100.

Empfehlung

Das ausführende Unternehmen sollte die in der DIN VDE 0100-420 geforderten Maßnahmen umset- zen, oder mindestens seiner Hinweispflicht an den Auftraggeber nachkommen, damit im Schadens- fall nicht grobe Fahrlässigkeit vorgeworfen werden kann. In Umgebungen mit brandrelevanter Aus- stattung (z.B. Museen, Ausstellungsräume, etc.) und in Bereichen, wie im Abschnitt 421.7 beschrieben, sollten AFDD´s auf jeden Fall eingesetzt werden.

 Quelle: www.efg-gruppe.de / 30.05.2016

http://www.efg-gruppe.de/sites/efg-gruppe.de/files/pdfs/brandschutzschalter_in_der_anwendung.pdf

 

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